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Sehenswürdigkeiten Berlin: Die Museumsinsel

Sehenswürdigkeiten Berlin: Die Museumsinsel

Du willst gleich 5 der bedeutendsten deutschen Mussen auf einem Fleck bewundern? Dann bist du hier auf der Museumsinsel in Berlin genau richtig! Sie gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das grandiose Gesamtkunstwerk umfasst insgesamt fünf Museen und wurde im Jahr 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Gerade erst im Jahr 2019 wurde außerdem die James Simon Galerie als Empfangs- und Ausstellungshalle eröffnet.

 

Die Museumsinsel und ihre Geschichte

Als erstes Museum wurde das Alte Museum gegenüber dem Humboldt Forum und den Berliner Dom im Jahr 1830 eröffnet. Damit wollte man zum ersten Mal historisch wichtige Sammlungen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Entwürfe für das Museum stammen von Karl Friedrich Schinkel. Im Laufe von rund 100 Jahren entstanden dann insgesamt fünf Museen, die seit dem Ende der 1870 er Jahre als „Berliner Museumsinsel“ bekannt sind. Dazu gehören das heutige Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das Bode-Museum und das Pergamonmuseum. Nach dem Krieg glich die Berliner Museumsinsel einer Ruinenlandschaft. Besonders hart hat es damals das Neue Museum getroffen, das fast komplett zerstört wurde und auch nach dem Wiederaufbau als Ruine bestehen bleibt.

 

Ein Masterplan für die Museumsinsel

Im Jahr 1999 wurde vom Stiftungsrat der Masterplan Museumsinsel und damit eine umfassende Sanierung beschlossen. Das neue Museum sollte wieder aufgebaut und die anderen Museen restauriert werden. Außerdem sollen die einzelnen Museumsgebäude zu einer Einheit verbunden werden. Eigens dafür hat man 2019 ein zentrales Eingangsgebäude, die sogenannte James-Simon-Galerie von Stararchitekten David Chipperfield, gebaut. Mit dem Namen wird James Simon gewürdigt, ein jüdischer Berliner Bürger, der ein leidenschaftlicher Kunstsammler war und ein wichtiger Mäzen der Museumsinsel. Die Galerie ist vor allem für die Infrastruktur des Komplexes wichtig, denn sie bietet den Besuchern Gastlichkeit, Information und Orientierung. Die Architektur fügt sich sehr harmonisch in das bestehende Ensemble ein, setzt aber zugleich auch einen zeitgenössischen Akzent. Hier in der James Simon Galerie findet man einen passen und Infobereich, ein Restaurant, ein Café, Garderoben und einem Museumsshop.

Die inhaltlichen Zusammenhänge der verschiedenen Museen sollen in der sogenannten Archäologischen Promenade dargestellt werden, die nach ihrer Fertigstellung vier von den insgesamt fünf Museen miteinander verbinden wird. In ihr werden die großen Themenkomplexe mit unterschiedlichen Objekten aller archäologischen Sammlungen der Museumsinsel präsentiert. Bisher sind bereits zwei Abschnitte der Promenade fertiggestellt. Dazu gehört der Ägyptische Hof und der Griechische Hof.

Der Ägyptische Hof steht dabei unter dem Thema „Reise ins Jenseits„. Hier werden altägyptische Särge aus Granit und byzantinische, frühchristliche, spätantike und römisch-kaiserzeitliche Sarkophage ausgestellt. Falls du schon immer mal mehr darüber erfahren wolltest, wie man sich in unterschiedlichen Epochen das Jenseits und die Ewigkeit vorgestellt hat, wirst du hier an den Reliefs auf den Grabmalen fündig.

Der griechische Hof ist durch das Schivelbeinfries geprägt. Dieses soll den Ausbruch des Vesufs und die Flucht der Einwohner Pompejis darstellen. Außerdem werden in diesem Hof auch Zeugnisse von untergegangenen Kulturen gezeigt und Reste des Wandverputzes, die von Granatsplitter durchlöchert sind, erinnern an die Bedrohung der Welt.

Die fünf Museen der Berliner Museumsinsel im Überblick

 

Das Pergamonmuseum

Das wohl bekannteste und meist besuchteste Museum auf der Museumsinsel ist das Pergamonmuseum. Hier findest du das Museum für islamische Kunst, das vorderasiatische Museum und die Antikensammlung. Die Antikensammlung ist die weltweit bedeutendste Sammlung römischer und griechischer Kunst. Das bekannteste Werk ist sicherlich der Pergamonaltar, auf dem der Kampf zwischen Giganten und Göttern mit über 100 Figuren dargestellt wird. Der Pergamon Alter wurde in der Zeit von 175-159 vor Christus errichtet und dann in frühbyzantinischer Zeit zerstört. Carl Humann fand dann am Ende des 19. Jahrhunderts bei Ausgrabungen Fragmente des Altars, aus denen man dann das Fries zusammensetzte.

Weitere Highlights im Pergamonmuseum sind das Markttor von Milet, das babylonische Ischtar-Tor und verschiedene Artefakte aus dem Museum für islamische Kunst. Das Markttor von Milet entstand etwa um 100 nach Christus und zeigt die prachtvollen römischen Städte zu dieser Zeit. Durch ein Erdbeben wurde das Tor zerstört, zahlreiche gut erhaltene Elemente konnte man aber bei Grabungen bergen und im Pergamonmuseum ausstellen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Markttor dann wieder zerstört, später aber erneut restauriert und saniert.

Im Zuge der Weiterentwicklung der Museumsinsel plant man für das Pergamonmuseum auch einen vierten Flügel, in dem monumentale Exponate aus Rom, Griechenland, Vorderasien und Ägypten erlebbar gemacht werden sollen.

 

Das Bode-Museum

Im prachtvollen Bode-Museum ist eine einzigartige Skulpturensammlung untergebracht, die Arbeiten vom Mittelalter bis hin zum 19. Jahrhundert präsentiert. Darunter befinden sich zum Beispiel Werke von Canova, Bernini oder Donatello. Außerdem gehört auch das Münzkabinett und das Museum für byzantinische Kunst zum Bode-Museum. Seit 2019 kann auch das James-Simon-Kabinett wieder besucht werden, dass man unter der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten auflöste. Was außerdem auffällt, sind die prächtig ausgestatteten Ausstellungsräume, die sich an Vorbildern des Barock bzw. der italienischen Renaissance orientieren. Museumsdirektor Wilhelm von Bode konzipierte das Museum ursprünglich als Raumhülle für die Gemäldegalerie und die Skulpturensammlung. Im Erdgeschoss präsentierte man dabei vorwiegend Skulpturen und ausgewählte Gemälde, während man in den imposanten Oberlichtzellen hauptsächlich Malerei zeigte.

Die Skulpturensammlung besitzt auch einen großen Bestand an Arbeiten von Tilman Riemenschneider, die in einem eigenen Ausstellungsraum gezeigt werden. Ein besonderer Besuchermagnet ist dabei eine Tafel vom Münnerstädter Magdalenen-Altar, der aus dem Jahr 1490 stammt. Ein weiterer herausragender Schwerpunkt der Sammlung sind kostbare Elfenbeinschnitzereien, darunter die „große Berliner Pyxis“, die etwa aus dem Jahr 400 nach Christus stammt. Es handelt sich dabei um ein rundes Gefäß, das ein Fries mit verschiedenen Figuren wie „Christus und Apostel„ zeigt.

Das Münzkabinett ist die größte Sammlung dieser Art in Deutschland und besteht aus insgesamt 750.000 Objekten. Das Sammelgebiet erstreckt sich dabei von der Antike bis hin zur Gegenwart. Außerdem gibt es hier eine numismatische Spezialbibliothek, eine Sammlung von historischen Prägewerkzeugen bzw. eine Papiergeldsammlung.

 

Das Neue Museum

Das Neue Museum wurde insgesamt zehn Jahre saniert und wieder aufgebaut. Auch hier wurde der bekannte Architekt David Chipperfield beauftragt. Im Jahr 2009 wurde das Museum wiedereröffnet und zeigt nun ausgewählte Objekte der Antikensammlung, des Museums für Vor- und Frühgeschichte, der Papyrussammlung und des Ägyptischen Museums.

Hier findest du auch das wohl bekannteste Ausstellungsstück – die Büste der Nofretete, die in einem oktogonalen Raum untergebracht ist. Die Porträtbüste ist ein Inbegriff der altägyptischen Kunst und wurde im Jahr 1912 bei einer Grabung in Mittelägypten gefunden, die von James Simon finanziert wurde. 2005 zog die Büste schließlich in die Museumsinsel, wo man sie zunächst im alten Museum bestaunen konnte. Seit dem Jahr 2009 präsentiert man sie im neuen Museum, wo sie auch einen würdigen Platz gefunden hat. Wusstest du, dass Ägypten schon mehrfach versucht hat, die Nofretete wieder ins eigene Land zu holen? Bisher ist dies aber nicht gelungen. Und so kannst du bei deinem nächsten Berlin-Besuch die schöne ägyptische Königin mit den Mandelaugen und den vollen Lippen im Neuen Museum bewundern.

Ein weiteres Highlight ist der Berliner Goldhut den man zwischen dem neunten und achten Jahrhundert vor Christus anfertigte. Der Hut ist dünn wie Papier und wurde ohne Naht aus nur einem Stück Gold hergestellt und dann mit verschiedenen Ornamenten verziert, die man als Kalenderblatt interpretieren kann.

Ebenfalls sehenswert sind die Silbergefäße aus Troja, die zum „großen Schatzfund“ gehören. In einem der Gefäße entdeckte Heinrich Schliemann 1873 den bekannten Schmuck aus dem sogenannten „Schatz des Priamos“.

 

Die Alte Nationalgalerie

Du wolltest schon immer mal Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ bewundern? Dann komm in die Alte Nationalgalerie! Diese wurde vom Architekten Friedrich August Stüler entworfen. Der nahm sich dabei griechische Tempelanlagen zum Vorbild, sodass die Alte Nationalgalerie von außen einem antiken Tempel gleicht. Im Innenraum können Skulpturen und Gemälde aus der beginnenden Moderne, dem Impressionismus, dem Biedermeier, der Romantik und aus dem Klassizismus bestaunt werden. Hier findest du eine der umfassendsten Kunstsammlungen für den Zeitraum zwischen der französischen Revolution und dem Ersten Weltkrieg. So bekannte Werke wie Auguste Rodins „der Denker“ oder eben auch Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ kannst du dir hier im Original anschauen. Dazu kommen viele weitere Arbeiten von Renoir, Monet, Manet, Wenzel oder Schinkel. Einen besonderen Blickfang siehst du schon am Eingangsbereich, wo die bekannte Prinzessinnengruppe von Künstler Johann Gottfried Schadow zu finden ist. Das Doppelstandbild zeigt die Prinzessinnen Friederike und Luise von Preußen und wurde von König Friedrich Wilhelm II in Auftrag gegeben. Hier hat der Künstler versucht, die Schwestern sehr genau zu charakterisieren und das klassizistische Antikenverständnis mit barocker Sinnlichkeit zu verbinden.

 

Das Alte Museum

Das Alte Museum ist ein klassizistisches Gebäude, dessen Entwurf von Karl Friedrich Schinkel stammt. Es war einmal das erste Museum auf der Insel. Im kreisförmigen Kuppelraum siehst du heute unzählige Meisterwerke aus der klassischen Antike, darunter zum Beispiel Münzen der etruskischen und griechischen Kunst bzw. der römischen Kaiserzeit, Vasen, Schmuck und Skulpturen. Außerdem gibt es hier eine ganz besondere Schatzkammer in der du Silber- und Goldschmuck findest.

 

Gegenüber der Museumsinsel liegen die sogenannten „Museumshöfe“, auf deren nördlichen Teil im Jahr 2012 das archäologische Zentrum eröffnet wurde. Dieses Gebäude hat vor allem museumsinterne Funktionen, wodurch auch der Museumsinsel selbst mehr Platz für Ausstellungsflächen geschaffen werden können. Hier ist auch die archäologische Bibliothek und das Zentralarchiv der Staatlichen Museen Berlins untergebracht.

Adresse, Öffnungszeiten und Tickets

Adresse

Museumsinsel, Am Lustgarten, 10117 Berlin

Öffnungszeiten und Tickets:

Die Tickets für die Museen auf der Museumsinsel kosten 19 € für Erwachsene, Kinder bis 18 Jahren haben freien Eintritt. Du kannst die Tickets hier buchen.

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Ines
ines@berlin-city-game.com

Ich liebe Berlin! Als eine der wenigen waschechten Berliner möchte ich dir meine Stadt zeigen. In Ost-Berlin geboren und aufgewachsen schreibe ich hier nicht nur über die typischen Sehenswürdigkeiten Berlins sondern auch über die Berliner Mauer und vielleicht nicht so offensichtliche aber dennoch spannende Orte in der Stadt. Komm mit auf die Reise nach Berlin und lass uns gern einen Kommentar da!