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Trendy, bunt vielfältig – Berlin-Neukölln

Trendy, bunt vielfältig – Berlin-Neukölln

Berlin ist immer eine Reise wert. Mit rund 3,5 Millionen Einwohnern auf fast 900 km² Fläche präsentiert sich die Hauptstadt ihren Besuchern unheimlich abwechslungsreich. Und dabei hat jeder einzelne Stadtteil seinen eigenen Charakter. Besonders charakterreich ist dabei Neukölln, das nicht ohne Grund auch überregionale Bekanntheit erlangt hat. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Berlin- Neukölln mit seinen rund 330.000 Einwohnern und die kulturellen Highlights des Bezirks findest du hier.

 

Theater und mehr im Heimathafen Neukölln

Besonders herausstechend und überregional bekannt ist der Heimathafen Neukölln. Hier findest du Theater, Konzerte, Debatten, Performances und alles erdenklich weitere an Kultur. Der Heimathafen Neukölln entstand übrigens aus der Übernahme einer leerstehenden Eckkneipe in der Richardstraße durch ein Theaterkollektiv. Doch schnell wurden die Räumlichkeiten dort zu klein, sodass man mehrfach Umzug, bis man schließlich im historischen Saalbau Neukölln eine passende Heimat fand, die man dann auch gleich so nannte („Heimathafen“). Klarer Schwerpunkt der Aktivitäten sind Theater und alle weiteren Formen des Schauspiels. Damit knüpft man an die ursprüngliche Verwendung des Saalbaus an, denn schon um die Jahrhundertwende war er Bühne für Theater, Varieté und Tanz und sogar für einige Boxkämpfe. Neben den 400 Sitzplätzen im Hauptsaal verfügt der Heimathafen Neukölln auch noch über eine Studiobühne, die Platz für 70 Stück Zuschauer bietet.

Im Heimathafen Neukölln findest du alles von Poetry Slam über Sinfoniekonzerte bis hin zu klassischem Theater. Wobei klassisch hier nicht unbedingt meint, dass allein professionelle Ensembles Spielzeit erhalten. Auch für freie Theatergruppen ist immer ein Plätzchen im Kalender zu finden und die große Vielfalt des Angebots dieser Kultureinrichtung lässt sich wohl am besten erfassen, wenn man sich selbst einmal durch das Programm wühlt. Ein Jugendklub rundet das Angebot dieses selbst für die Verhältnisse in Berlin bemerkenswerten Ortes der Kultur ab. Zahlreiche Auszeichnungen für den Heimathafen unterstreichen dessen besonders attraktives Wirken, so zum Beispiel 2015 die Verleihung des Theaterpreises des Bundes. Das aber kann dir ja ziemlich egal sein, wenn du den Heimathafen aufsucht, denn nicht die Auszeichnungen machen ihn so charmant, sondern das überall zu spürende Herzblut, das seine Macher geben, um dich und alle übrigen Gäste bestens unterhalten.

Wo?

Heimathafen Neukölln: Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin

www.heimathafen-neukoelln.de

Die Weserstraße als nachtaktive Kneipenmeile

Was Ende der 2000er Jahre mit einigen wenigen Kneipen begann, hat sich inzwischen zu einer echten Kneipenmeile entwickelt. An jedem Tag in der Woche lockt die Weserstraße Gäste aus aller Welt an und amüsiert sie bis tief in die Nacht. Der Kiez ist zwar mittlerweile international bekannt, das aber nimmt ihm nur unwesentlich das besondere Berliner Flair, das ihn so aufregend macht. Einige Kneipen und Cafés die zusammen das Besondere der Weserstraße ausmachen sind zum Beispiel die Thelonius Bar, Feine Weine, Men Men, die Beuster Bar, das Dots und das TiER. Übrigens kannst du in der Weserstraße nicht nur  trinken und feiern, sondern auch hervorragend speisen. Vom Koreaner über den Marokkaner bis hin zum beinahe klassischen Konditor findest du hier alles, was den Gaumen erfreut, du aber andernorts nicht so einfach findest.

 

Am Maybachufer flanieren

Zu diesem Kneipengebiet der Weserstraße gehört auch noch alles rund um das Maybachufer. Hier genießt vor allem die Ankerklause einen exzellenten Ruf und ist weit über Deutschland hinaus bekannt. Trotzdem findet man auch in ihr eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit noch einen Tisch oder wenigstens einen Stehplatz. Wusstest du, dass hier angeblich schon Quentin Tarantino nach Dreharbeiten in Babelsberg gefeiert haben soll, als er dort Teile von „Inglorious Bastards“ drehte?

Doch neben der Ankerklause findest du hier am Maybachufer noch viele weitere Optionen, um die Nacht zum Tag zu machen oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Dass man in diesen Regionen Berlins besonders offen miteinander umgeht kommt ihr dann zugute, wenn du auch ein paar nette Leute kennen lernen möchtest.

Einige der ganzen Kneipen in Berlin-Neukölln sind echte Schätzchen und verdienen es, dass wir sie uns einmal genauer anschauen. Neukölln hat sein Gesicht in den letzten Jahren eben völlig verändert, zumindest was die Optionen zum Ausgehen angeht. Daher findest du hier heute auch ein ganz anderes Publikum als noch vor ein paar Jahren, welches genau genommen für sich schon ein weiterer Grund ist, Neukölln und dabei insbesondere die Weserstraße und die umliegenden Straßen auf deinem Berlin-Besuch einmal aufzusuchen.

Wo?

Ankerklause: Kottbusser Damm 104, 10967 Berlin

www.ankerklause.de

Kneipen, Bars und lange Theken

Nehmen wir zum Beispiel die Bar „TiER“, die tatsächlich genauso geschrieben wird. Mit den riesigen Fenstern erinnert die Bar beim Blick hinein von außen schon fast ein wenig an Edward Hoppers berühmtes Gemälde „Nighthawks“. Denn auch im TiER findest du eine lange Theke, an der man es vorzüglich aushalten kann. Außerdem befindet es sich ebenfalls an einer Straßenecke, konkret ist es die Ecke an der Fuldastraße. Das Ambiente im TiER liegt irgendwo zwischen Abwrackbude und Hotelbar. Und die Mitte ist schließlich immer noch das beste Maß. Das vor allem dunkle Ambiente wird durch viele kleine Lichtquellen aufgelockert, insgesamt ist es aber schön schummerig in dieser Bar. Und auch das sonstige Interieur mit Sesseln an den Tischen ist nicht schrammelig, sondern angenehm leger.

Aber Achtung: Einlass ist im TiER erst ab 21 Jahren. Außerdem geht man hier mit der Zeit: Fotos zu machen ist bei einem Aufenthalt hier nämlich verboten. Du kannst einen Abend im TiER also völlig ausschweifend genießen, ohne am nächsten Tag irgendwo bei Instagram oder Facebook zu erscheinen.

Wo?

TiER: Weserstraße 42, 12045 Berlin

www.tier.bar

Auf dem Dach oder doch lieber auf der Straße?

Nur ein paar Meter weiter, auf der Weichselstraße, findest du das „Peppi Guggenheim“. Hier gibt es mehr als nur einen reinen Kneipen- bzw. Barbetrieb. In diesem Lokal gibt es immer wieder kleine Konzerte, und dazu sogar noch kleinere Kunstausstellungen. Das Flair hier ist allerdings ein wenig zerrockter, gleichzeitig ist das Peppi Guggenheim aber mit viel Liebe zu Details eingerichtet. Vor der Bar gibt es Bierbänke und trotz seiner vergleichsweise geringen Größe wirst du auch hier fast immer Einlass finden. Bei Konzerten solltest du vielleicht ein wenig früher auftauchen, dann bist du auch im so beliebten Peppi Guggenheim auf der sicheren Seite.

Als „Kulturdachgarten“ bezeichnet sich der „Klunkerkranich“, eine improvisierte Bar auf dem Dach der Neukölln Arcaden. Funk, Soul und Elektro werden hier für die Ohren und wenn du es magst auch für das Tanzbein aufgelegt. Die außergewöhnliche Lage eröffnet dir eine tolle Sicht über Berlin. Hier lässt es sich wirklich top feiern und genießen. Zu finden an der Ecke Karl-Marx-Straße / Flughafenstraße ist es auch nur wenige Meter von der Weserstraße entfernt und lässt sich so super mit einem Besuch dort verbinden. Ständig wechselnde DJs erfreuen im Klunkerkranich das Publikum, dazu gibt es Lesungen, Konzerte und sogar Kino. Und all das über den Dächern von Berlin, was den Klunkerkranich zu einer wirklich außergewöhnlichen Location macht.

Wo?

Peppi Guggenheim: Weichselstraße 7, 12043 Berlin

www.peppi-guggenheim.de

Klunkerkranich: Karl-Marx-Straße 66, 12043 Berlin

www.klunkerkranich.org

 

Auch die Clubszene in Neukölln ist vielfältig

Du kannst in Neukölln aber nicht nur hervorragend etwas trinken gehen, auch die Auswahl an Clubs ist beinahe überwältigend groß. Deshalb stellen wir dir an dieser Stelle auch nur einige ausgewählte von ihnen vor.

Einer der Berlinweit bekanntesten Clubs ist die Loftus Hall. Hier wird regelmäßig bis in die Morgenstunden gefeiert. Und das alles im schicken Ambiente eines Gebäudes im Stil der Fünfzigerjahre. Direkt am Maybachufer und auch noch in einem kleinen Park gelegen, ist schon die Anreise zur Loftus Hall bemerkenswert. Drinnen gibt es in mehreren Räumen unterschiedliche Musik, oft auch aus absoluten Nischen. Allerdings dominieren Elektro, Techno und House. Wenn das etwas für dich ist, wirst du im Loftus Hall vielleicht zu den Klängen so manchen DJs tanzen, der später noch berühmt wird.

Ein weiterer hochgelobter Club in diesem Szenebezirk ist das SchwuZ. Den Laden gibt es mittlerweile seit 2013 auf der Rollbergstraße. Wie der Name erahnen lässt, ist es ein Zentrum für queere Kultur und Schwule, Lesben und alle weiteren Mitglieder der LGBT Community. Motto Partys wechseln sich mit regulärem Programm ab. Hier kann man gleich auf drei verschiedenen Dance Floors feiern, daher dürfte an fast jedem Abend etwas für jeden dabei sein. Hier hörst du vom obligatorischen Schlager bis hin zu House alles, und das außerdem mit reichlich Fassungsvermögen. Daher ist das SchwuZ zu einem echten Tempel der queere Feierlaune geworden. Vielleicht schaust du auch mal rein, denn so bunt wie hier ist das Leben selbst in Berlin an kaum einem anderen Ort. Gäste jeglicher Couleur sind im SchwuZ selbstverständlich willkommen.

Ebenfalls ziemlich kreativ und ausgelassen geht es in der Regel in der „Kultstätte Keller“ zu. Diese findest du auf der Karl-Marx-Straße und damit ebenfalls im Herzen des Stadtteils. Deutlich kleiner als das SchwutZ ist es und daher geht es hier ziemlich gemütlich zu, was aber nur auf die Einrichtung und die Ausmaße bezogen ist. Zu feiern weiß man auch in der Kulturstätte Keller ordentlich, was schon bei der Ankunft vor dem Laden eigentlich nicht zu überhören ist. Neben den normalen Partys kannst du hier auch Konzerte und Live-Sessions besuchen, dazu umfasst die musikalische Vielfalt etliche Genre. Von House über Funk bis hin zu Soul geht es dabei fast immer direktes Tanzbein.

Wo?

Loftus Hall: Maybachufer 46, 12045 Berlin

SchwuZ: Rollbergstraße 26, 12053 Berlin

www.schwuz.de

Kultstätte Keller: Karl-Marx-Straße 52, 12043 Berlin

 

Klassisches Sightseeing in Neukölln

Für tatsächliches Sightseeing in Neukölln gibt es übrigens auch noch viele Angebote. Da wir aber annehmen, dass du dich lieber ins Nachtleben stürzt und kulturell unterwegs bist, wollen wir diese klassischen Sehenswürdigkeiten hier nur kurz anreißen.

Da wäre zum Beispiel das Schloss Britz mit dem Britzer Garten. Das Schloss Britz ist ein ehemaliges Gutshaus aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts mit einem riesigen typisch barocken Garten als Schlosspark drumherum. Im Schloss kannst du die Wohnkultur in der Gründerzeit bewundern. Es gibt original erhaltene Möbel und Dekoelemente, die dir zeigen wie die Menschen im 19. Jahrhundert lebten. Außerdem gibt es hier auch regelmäßig wechselnde thematische Ausstellungen.

Wo?

Schloss Britz: Alt Britz 73, 12359 Berlin

www.schlossbritz.de

Eintritt: drei Euro, ermäßigt zwei Euro, Kinder bis 12 Jahren haben freien Eintritt

Außerdem gibt es in Neukölln den schönen Volkspark Hasenheide und die Hufeisensiedlung Britz. Da du aber bei dieser tollen Kneipen- und Club-Szene wahrscheinlich ohnehin lange schlafen wirst bei deinem Besuch in Berlin-Neukölln, wirst du diese vielleicht gar nicht aufsuchen, sondern dich am nächsten Abend schon wieder in den Trubel in den Bars dieses lebendigen Stadtteils stürzen.

Wenn du bei deinem Berlin-Besuch auch in Neukölln vorbeischaust, wirst du hier also viele andere Dinge als die üblichen Sehenswürdigkeiten wie Reichstag, Brandenburger Tor oder den Fernsehturm finden. Vor allem aber wirst du jede Menge Spaß haben. Deshalb ist dieser Bezirk gerade für jüngere Leute so attraktiv. Hier bleibt es selten bei einem nachmittäglichen Spaziergang – hier taucht man gern direkt mitten ins pulsierende Leben des Stadtteils ein und kann den Lieben daheim vielleicht auch mal andere Bilder von Berlin zeigen als die bekannten.

Ines
ines@berlin-city-game.com

Ich liebe Berlin! Als eine der wenigen waschechten Berliner möchte ich dir meine Stadt zeigen. In Ost-Berlin geboren und aufgewachsen schreibe ich hier nicht nur über die typischen Sehenswürdigkeiten Berlins sondern auch über die Berliner Mauer und vielleicht nicht so offensichtliche aber dennoch spannende Orte in der Stadt. Komm mit auf die Reise nach Berlin und lass uns gern einen Kommentar da!

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