alles über Berlin

Was ist das Wahrzeichen von Berlin?

Was ist das Wahrzeichen von Berlin?

Berlin – nicht nur die Hauptstadt Deutschlands sondern auch Hotspot, Meltingpot und place to be. Hier leben Menschen aus mehr als 190 Ländern zusammen, es gibt mehr als 170 Museen, und nachts tanzen um die 10.000 Partywillige in den Berliner Clubs. Dazu kann man in Berlin Deutsche Geschichte live erleben. Neben den vielen Bauwerken und geschichtsträchtigen Orten finden sich aber auch unzählige Theater-, Kabarett- und Musicalbühnen und jedes Jahr finden hier rund 100 Festivals und Open Air Veranstaltungen statt.

Aber was genau ist denn nun das Wahrzeichen der Stadt? Das Brandenburger Tor? Der Fernsehturm? Die Siegessäule? Gibt es überhaupt eines oder sind es gleich mehrere? Darüber wollen wir dich in diesem Artikel aufklären.

Doch dazu schauen wir uns erst einmal an, was denn alles in Frage kommt. Hier findest du eine kleine Auflistung unserer Favoriten:

Der Berliner Fernsehturm

Der Berliner Fernsehturm ist eindeutig des höchste Wahrzeichen Berlins. Mit seinen 368 Metern bestimmt er die Skyline von Berlin. Von seiner Aussichtsetage in 203 Metern Höhe hast du auf jeden Fall den besten Blick über die Stadt. Wenn du dabei auch noch genüsslich schlemmen willst, mach es dir eine Etage höher im Restaurant bequem. Hier dreht sich die Plattform auf der die Tische stehen sogar jede Stunde einmal um ihre eigene Achse. So hast du die ganze Stadt im Blick.

1969 eröffnet wurde der Fernsehturm in der ehemaligen DDR vor allem als Pretigeobjekt gebaut. Deshalb wurde er von den Berlinern auch gern als „Protzkeule“ oder „Imponierstengel“ bezeichnet. Beinahe hätte der Turm übrigens auf dem großen Müggelberg gestanden. Nachdem der Sockel schon fertig gestellt wurde stellte man allerdings fest, dass der Turm genau in der Einflugschneise des Flughafen Schönefeld liegen würde und brach den Bau daher ab.

Heute bringen dich die zwei Besucher-Fahrstühle in nur 38 Sekunden zur Aussichtsplattform hoch. Jedes Jahr besuchen rund 1,2 Millionen Touristen den Fernsehturm und zum Festival of Lights im Oktober wird der Turm jedes Jahr von einem anderen Künstler angestrahlt.

Das Brandenburger Tor

Zu Zeiten des Kalten Krieges verlief der „antifaschistische Schutzwall“, wie das DDR-Regime die Mauer nannte, genau an diesem Tor vorbei und bewaffnete Volkspolizisten patrouillierten vor dem Tor auf und ab. 28 Jahre später, während der Maueröffnung 1989 lagen sich hier tausende Menschen freudestrahlend in den Armen und feierten gemeinsam die neu gewonnene Freiheit. Daher gilt das Brandenburger Tor als das Symbol schlechthin für Freiheit und die Wiedervereinigung Berlins.

Gut 26 Meter hoch, 62,5 Meter breit und 11 Meter tief ist das Brandenburger Tor und hat auch schon vor dem Kalten Krieg eine bewegte Geschichte hinter sich. Wusstest du, dass die Quadriga sogar einmal von Napoleon „entführt“ wurde? Dem ist tatsächlich so. Als Napoleon 1806 durch das Brandenburger Tor in Berlin einmarschierte, suchte er ein geeignetes Kunststück als Mitbringsel. Die Quadriga erschien ihm wunderbar dafür und so ließ er sie kurzerhand abmontieren und stellte sie in seinem Museum in Paris – dem heutigen Louvre – aus.  Erst 5 Jahre später kam die Quadriga durch den Einmarsch der Preußen in Paris wieder zurück nach Berlin.

Der Reichstag

Auch der Reichstag in Berlin hat eine lange Geschichte zu erzählen. Schon der Bau 1884 war für den Architekten Paul Wallot mit vielen Diskussionen rund um die Umsetzung verbunden. 10 Jahre später war der imposante Bau dann endlich fertig gestellt und besaß übrigens schon damals eine Kuppel.

Im Februar 1933 kam es dann zum berühmten Reichstagsbrand. Bis heute ist die Täterfrage nicht eindeutig geklärt. Festgenommen wurde damals zwar Marinus van der Lubbe,der die Tat auch gestand. Allerdings muss es für die Tat wohl Komplizen gegeben haben und van der Lubbe beteuerte stets, diese allein begangen zu haben.

Zu Zeiten des zweiten Weltkriegs war das Reichstagsgebäude, oder besser seine notdürftig instand gesetzte Ruine, weitgehend ungenutzt. Erst zum Kriegsende 1945 rückte er wieder in den Fokus: die Rote Armee sah das Reichstagsgebäude als Symbol des Nationalsozialismus an und hisste am 30. April desselben Jahres die Rote Fahne auf dem Gebäude. Der Fotograf Jewgeni Chaldej hiekt diesen Moment fest. Das Foto ging in den folgenden Tagen um die Welt und symbolisiert das Ende des zweiten Weltkrieges.

Während des Kalten Krieges lag das Gebäude im Westteil Berlins direkt an der Berliner Mauer. Erst 1973 war die Restaurierung abgeschlossen.

Einen Tag nach der Wiedervereinigung Deutschlands, am 04. Oktober 1990 fand hier die erste Sitzung des Deutschen Bundestages statt.

In den 90er Jahren erhielt der Reichstag übrigens sein heutiges Aussehen. 4 Jahre dauerte der Umbau und verschlang 600 Millionen Mark.

Der Berliner Bär

Der Berliner Bär ist eindeutig das behaarteste Berliner Wahrzeichen. Seit dem Jahr 1280 schon ist der Bär ununterbrochen im Berliner Wappen zu sehen. Man könnte jetzt meinen, dass der Name Berlin etwas mit dem Bären zu tun hat. Dem ist aber nicht so. Vielmehr ist der Name slawischen Ursprungs und bedeutet so viel wie Berl, der Sumpf. Der Bär ist dann einfach nur die Bildhafte Umsetzung.

Lange Zeit gab es sogar vier lebende Berliner Bären im Kölnischen Park zwischen Fischerinsel und Nikolaiviertel – der Wiege der Doppelstadt Berlin-Cölln. Bis 2015 konnte man hier Berliner Bären anschauen. Da es aber zuletzt lautstarke Kritik an den zu kleinem Zwinger gegeben hatte, steht dieser nun leer.

Dafür bevölkern seit 2001 unzählige Buddy Bären die Stadt. 4 verschiedene Bären-Modelle gibt es. 2001 wurden 350 solcher Bären von Künstlern bemalt und in der ganzen Stadt aufgestellt. Das Projekt kam so gut an, dass das eigentlich einmalige Projekt ständig verlängert wurde und inzwischen von dauerhafter Natur ist. Inzwischen gibt es 2000 solcher Buddy-Bären, von denen aber nur rund 400 in Berlin sind.

Seit 2002 gibt es das Projekt „United Buddy Bears“, bei dem inzwischen 152 Bären von Künstlern aus verschiedenen Ländern bemalt wurden und gemeinsam auf Welttournee gehen. In Berlin leben Menschen aus 190 Ländern der Welt mit ihren unterschiedlichen Kulturen. Die United Buddy Bears spiegeln genau diese Willkommenskultur der Stadt wieder und werben weltweit für Frieden, Toleranz und Völkerverständigung.

Ein tolles Projekt – aber macht das den Berliner Bären nun zum Wahrzeichen der Stadt?

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Von den Berlinern mehr oder weniger liebevoll „Hohler Zahn“ genannt, ist die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit 113 Metern die höchste der Stadt. Die Kirche wurde von Kaiser Wilhelm II. in Gedenken an seinen Großvater Wilhelm I. gebaut und 1895 eröffnet. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche durch Bombenangriffe weitgehend zerstört. Die Kirchturmruine und auch die Gedenkhalle blieben erhalten und sollen als Mahnmal für den Frieden dienen.

In den frühen 60er Jahren entwarf dann Egon Eiermann die neue Kirche, die Gemeindekapelle und den neuen Turm. Verziert mit über 20.000 kleinen blauen Glasfenstern leuchtet das Innere der Kirche nun blau. Blau steht hierbei übrigens für die Versöhnung und ist somit Ausdruck gegen Krieg und Zerstörung.

Ganz gleich ob Brandenburger Tor, Reichstag, Fernsehturm, Gedächtniskirche oder die Buddy Bären – alle samt sind sicherlich ausdrucksstarke Symbole dieser pulsierenden Stadt und dürfen auf keiner Sightseeing-Liste fehlen.

Was nun das eine Wahrzeichen von Berlin sein soll, kann jeder für sich entscheiden. Der Fernsehturm macht die Berliner Skyline einzigartig. Das Brandenburger Tor hat schon zu Napoleons Zeiten, dann im Zweiten Weltkrieg und zuletzt auch im Kalten Krieg und zur Wiedervereinigung Deutschlands eine tragende Rolle gespielt. Die Buddy Bären erzählen eine einzigartige Geschichte von Toleranz, Völkerverständigung und Frieden. Der Reichstag ist der Sitz unserer Demokratie und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit ihrer Turmruine mahnt eindrucksvoll für Frieden.

Wenn wir uns entscheiden müssten, würden wir wohl das Brandenburger Tor wählen. Kein anderes Gebäude hat so viel Berliner Geschichte miterlebt. Was meint ihr? Welches ist euer Berliner Wahrzeichen?

Adressen, Öffnungszeiten und Tickets

Fersehturm Berlin

Panoramastraße 1A, 10178 Berlin

Öffnungszeiten:

März – Oktober: 09:00 Uhr – 24:00 Uhr

November – Februar: 10:00 Uhr – 24:00 Uhr

Tickets für den Fernsehturm:

Aussichtsplattform: Erwachsene ab 16,50€, Kinder ab 9,50€, Kinder unter 4 Jahren frei, Für Studenten gibt es 20 % Rabatt

Tickets ohne Wartezeit an Kasse und Einlass ab 22,50 € für Erwachsene und 13,00 Euro für Kinder

Fensterplätze im Restaurant: Erwachsene 25,50€, Kinder: 16,00€

Innenring im Restaurant: Erwachsene: 22,50€, Kinder: 13,00€

Reichstag

Platz der Republik 1, 11011 Berlin

Öffnungszeiten:

Die Kuppel ist täglich von 08:00 Uhr bis 24:00 Uhr geöffnet, letzter Einlass um 21:45 Uhr

Das Dachgarten-Restaurant ist täglich von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr und von 19:00 Uhr bis 24:00 Uhr geöffnet

Tickets für den Reichstag:

Kuppel und Dachterrasse können kostenfrei besichtigt werden. Allerdings ist eine Voranmeldung notwendig.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Breitscheidplatz, 10789 Berlin

Öffnungszeiten der Kirche:

Täglich von 09:00 Uh bis 19:00 Uhr (während der Gottesdienste, Andachten und Konzerte sind Besuche nicht möglich)

Öffnungszeiten der Gedenkhalle:

Montags bis Freitags 10:00 Uhr – 18:00 Uhr

Samstags: 10:00 Uhr – 17:30 Uhr

Sonntags: 12:00 Uhr – 17:30 Uhr

Hier werden kostenfreie geführte Touren angeboten, die 3 bis 7 Mal täglich starten. Die Zeiten findest du hier. Die Führungen finden auf Deutsch statt, auf Wunsch wird aber auch Englisch angeboten.

Brandenburger Tor

Pariser Platz, 10117 Berlin

Öffnungszeiten & Tickets:

Das Brandenburger Tor ist ein öffentlich zugängliches Tor und daher kostenfrei und jederzeit geöffnet.

Ines
ines@berlin-city-game.com

Ich liebe Berlin! Als eine der wenigen waschechten Berliner möchte ich dir meine Stadt zeigen. In Ost-Berlin geboren und aufgewachsen schreibe ich hier nicht nur über die typischen Sehenswürdigkeiten Berlins sondern auch über die Berliner Mauer und vielleicht nicht so offensichtliche aber dennoch spannende Orte in der Stadt. Komm mit auf die Reise nach Berlin und lass uns gern einen Kommentar da!